Alex, gratuliere, du hast oder hattest im Januar dein «10-Jähriges» mit Crossfit Zug, hast du das gewusst?
Nein, das war mir gar nicht bewusst – umso schöner, das zuhören. Mein erstes Crossfit-Abo habe ich vor rund zehn Jahren bei euch abgeschlossen. Dazwischen war ich allerdings mindestens drei Jahre weg, da ich in Basel gewohnt und gearbeitet und bei Ramon Gysin (Crossfit Basel) trainiert habe. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht.
Wie fühlt es sich an schon so lange bei uns dabei zu sein? Was hat sich für dich in all den Jahren geändert?
Crossfit macht mir nach wie vor riesigen Spass und ich fühle mich in der Box richtig wohl. Die Atmosphäre ist grossartig und die Menschen, die man dort regelmässig trifft, sind inspirierend: voller Energie und Drive, Leidenschaft und Humor – sie trainieren hart, geniessen aber auch das Leben und nehmen sich nicht zu ernst. Das gefällt mir besonders. Obendrein ist es die grösste und schönste Crossfit-Box, in der ich je trainiert habe.
Magst du dich noch erinnern, wie du ursprünglich zum Crossfit gekommen bist?
In die Box gebracht hat mich natürlich Tamara. Wir kennen uns schon ewig und waren zusammen in der Handelsmittelschule. Dort verbrachte sie jede freie Minute im Schwimmbecken – so hat sie auch Stefan kennengelernt. Als sie mit dem Schwimmen aufgehört hat, war sie sofort vom Crossfit begeistert. Ich hatte davor mit der Freeletics-App trainiert, aber nach dem Tamara mir vom Crossfit erzählte und ich sie einmal ins Training begleitete, war ich sofort Feuer und Flamme.

Du bist Inhaber und Geschäftsführer einer Distillerie. Wie passt das mit dem Fitness zusammen?
Hahaha, nach meinem Kommentar kürzlich im Training war diese Frage ja fast zu erwarten – schliesslich meinte ich, es sei unfair, einen Schnapsbrenner gegen einen Polizisten antreten zu lassen. Regelmässiger Alkoholkonsum und Sport schliessen sich für mich nicht aus – ich sehe mich da selbst als lebenden Beweis. Selbstverständlich liegt die Entscheidung bei jedem selbst und bei (Profi-)Ambitionen ist ein Verzicht völlig nachvollziehbar.
Ein Bier oder ein Schnäpsli mit meinen Kollegen am Wochenende tut vor allem meiner psychischen Gesundheit richtig gut. Wir geniessen die Zeit zusammen, unternehmen etwas und führen Gespräche, die manchmal fast so intensiv sind wie ein WOD.
Unter der Woche sorgt Crossfit dann für den nötigen Ausgleich: das Training ist so intensiv, dass selbst die letzten Gedanken an den Arbeitsalltag kapitulieren. Nach dem Workout sind nicht nur die Muskeln leer – auch der Kopf ist frei. Dieses Gefühl ist einmalig und kenne ich von keinem anderen Sport.

Als Unternehmer bist du sicher viel beschäftigt. Trotzdem bist du regelmässig im Training anzutreffen. Wie findest du die Zeit dafür?
Mein Wecker klingelt um 04.50 Uhr und meistens bin ich bereits um 06.00 Uhr in der Brennerei. Wenn ich dann abends um 17.00 oder 18.00 Uhr ins Training gehe, bin ich oft schon etwas müde. Trotzdem ist Crossfit –oder generell Sport nach der Arbeit – für mich sehr wichtig. Wenn ich beginne, das Training aus Zeitgründen zu streichen, dann läuft etwas völlig falsch. Das Leben besteht nicht nur aus dem Unternehmen.
Für mich ist zudem entscheidend, auf meinen Körper zu hören– dafür brauche ich keine Uhr, die mir meine „Body Battery“ anzeigt. Wenn ich merke, dass ich am Limit bin, trainiere ich nicht mit Maximalgewicht, sondern passe Tempo und Intensität bewusst an. Am Ende jedes Trainings bin ich einfach stolz auf mich, nach einem langen Arbeitstag noch Sport gemacht und ordentlich geschwitzt zu haben. Crossfit ist für mich ein Ausgleich, es muss nicht immer um Leistung gehen. Deshalb zähle ich manchmal bei einem EMOM- oder AMRAP-Workout auch nicht jede Wiederholung. Das ist völlig okay.
Hast du Ziele für dieses Jahr betreffend Crossfit? Was möchtest du gerne erreichen?
Mein wichtigstes Ziel ist es, weiterhin regelmässig zu trainieren. Die sportlichen Ziele sind seit Jahren gleich: Muscle Up und besser werden im Handstand. Beim Running peile ich 10 km unter 40 Minuten an, derzeit bin ich bei rund 43 Minuten. Vor allem fehlt mir die Zeit, konsequent dranzubleiben.
Was sind/ist deine Lieblings-Übung/en im Crossfit? Und welche machst du gar nicht gerne?
Sehr gerne trainiere ich mit Bodyweight-Übungen wie Push-Ups, Pull-Ups, Box Jumps, Medball Shots, Squats und natürlich Running. Weniger Freude bereiten mir dagegen Übungen wie Bench Press, Split Jerks und Squat Snatches.
Gibt es ein Workout oder bleibendes Ereignis, welches du im Crossfit Zug erlebt hast und nicht mehr vergessen wirst?
Der Muskelkater nach dem Murph Workout. Aus diesem Grund habe ich dieses Workout in den letzten Jahren erfolgreich geschwänzt.
Erzählst du uns etwas über dich, das wir noch nicht wissen?
In meiner Freizeit – neben Crossfit und dem einen oder anderen Drink – lese ich gerne. Letztes Jahr habe ich über 20 Bücher gelesen, von Klassikern über Thriller bis hin zu richtig kitschigen Liebesgeschichten. Ein bisschen Romantik kommt im Alltag einfach oft zu kurz. Zudem bin ich riesiger Ski-Fan, v.a. Odermatt und Gut-Behrami mag ich sehr. Ich schaue fast jedes Rennen und bin regelmässig an den Rennen in Adelboden und Kitzbühel anzutreffen 😊


